Entwurf Frühlingsemester 2022

Lehrveranstaltung "Entwurf V-IX"

Studierende ab dem dritten Studienjahr des Bachelor-Studiums sowie Masterstudierende absolvieren die Entwurfsklassen V bis IX.

Team:
Corinna Menn
Cosimo Caccia
Dario Karakas
Tessa Vollmeier


Einführung:
22.02.2022
10.00 Uhr
HIL F 75

 

Landschafts-Infrastrukturen
Starke Formen

Von unserer territorialen Recherche im Bergell und der Beschäftigung mit Prozess und Maschine im letzten Semester, verschieben wir die Betrachtung auf Energie-Infrastrukturen in der alpinen Landschaft. Sie interessieren uns materiell und kulturell als einschneidende und dauerhaft angelegte Form-Konstanten in der Landschaft und architektonisch als Modelle entwurflicher Prinzipien. Wir beschäftigen uns mit Bauwerken der Wasserkraft, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden und in der zweiten Hälfte von lokalen Anlagen zu weiträumigen Systemen im Gebirge ausgebaut wurden. Wasser prägt in seinen verschiedenen Aggregatzuständen seit Jahrmillionen die geomorphologischen Prozesse und das Relief des Raumes. Die Wassernutzung zur Energiegewinnung bedeutet einen massgeblichen Eingriff
in den Wasserhaushalt und die Ökologie der Landschaft. Im Kontext von Klimawandel und Atomausstieg rücken diese Infrastrukturen in einen aktuellen Fokus. Die Energiestrategie des Bundes plant bis 2050 mit der Kapazitätssteigerung der Wassernutzung eine Wende der Stromversorgung. Wir sehen im Ausbau der Energieinfrastruktur nicht nur eine technische Aufgabe, sondern disziplinübergreifend eine architektonische. Diese überzeitlich angelegten Eingriffe werfen die Frage nach der Architektur zu und aus der Landschaft auf, nach deren Identität in der alpinen Kultur und den architektonischen Potentialen. Wir möchten Kraftwerke aus der Perspektive der Architektur begreifen und architektonische Entwürfe nach deren Gesichtspunkten angehen. Können wir aus den strukturellen Merkmalen, wie der Effizienz von Prozessen, der Ökonomie der Mittel, robuster Strukturen und Räume - deren Choreografie, Geometrie und Massstab jenseits gängiger Raumerfahrungen liegen - Erkenntnisse herausziehen? Bergen sie das Potential zu einer Architektur von unvermittelten, nutzungsoffenen, dauerhaften und damit nachhaltigen Strukturen? Die Entwurfsaufgabe steht im Rahmen des Ausbauprojektes der Kraftwerke Brusio im Bündnerischen Puschlav. Als eine der frühesten Anlagen der 1910-er Jahre ist sie geprägt von den ikonografischen Bauten des Architekten Nicolaus Hartmann. Wir beschäftigen uns innerhalb dieses räumlichen und geschichtlichen, sowie energietechnischen Kontextes mit Strategien der Umnutzung und Erweiterung der Standorte Cavaglia und Robbia. Uns interessieren das Entwickeln eines
konzeptionellen, programmatischen Narrativs und der architektonische Ausdruck. Die Projekte suchen exemplarisch eine Haltung zu übergeordneten Fragen der Energiewende und formulieren an einem konkreten Ort entwerferisch Antworten.

Einführung

22.02.2022, 10.00 Uhr, HIL F 75

Download Entwurfsstudio FS 22 Gastdozentur Menn (PDF, 1.3 MB)

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